| Was ist Fairer Handel? Viele Produkte unseres täglichen Bedarfs kommen aus den sogenannten Entwicklungsländern: Kaffee, Tee, Bananen …
Sie werden bei uns sehr billig angeboten und das hat seinen Preis: Viele Menschen in den Anbauländern arbeiten unter unwürdigen Bedingungen oder bekommen für ihre Ernteerträge so niedrige Preise, dass nicht einmal die Produktionskosten gedeckt sind. Den Profit machen global agierende Unternehmen, aber die Existenz der Kleinbauern, Genossenschaften und Arbeiterfamilien in den Herkunftsländern ist bedroht. Für sie setzt sich der Faire Handel ein.
Er bietet faire Handelsbedingungen und ermöglicht damit vielen Kleinbauern und Arbeitern und ihren Familien die Verbesserung ihrer Lebens- und Arbeitsbedingungen. Der Faire Handel setzt sich außerdem für mehr Gerechtigkeit im Welthandel ein. Anhand von Waren aus den Ländern des Südens macht der Faire Handel globale Zusammenhänge anschaulich und verständlich. Der Faire Handel ermutigt die Verbraucherinnen und Verbraucher, ihren Konsum verantwortungsbewusst zu gestalten und sich für eine Veränderung der politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen einzusetzen, damit es in der Welt gerechter zugeht.
"Der Faire Handel ist eine Handelspartnerschaft, die nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Durch bessere Handelsbedingungen und die Sicherung sozialer Rechte für benachteiligte Produzenten und Arbeiter leistet der faire Handel einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung."
Dies ist die internationale Definition, abgestimmt im Jahr 2001 zwischen allen Akteuren des Fairen Handels. Der Faire Handel ist in den 1960er Jahren entstanden und hat sich im Laufe der Zeit zu einer weltweiten Bewegung entwickelt. Weltläden und ihre Partner arbeiten darauf hin, die Strukturen des Welthandels gerechter zu gestalten.
Produzenten, die am Fairen Handel teilhaben, genießen den Vorteil, deutlich höhere Preise als im konventionellen Handel zu erzielen. Diese Preise für Kaffee, Tee, Kakao, Bananen usw. liegen deutlich über denen des Weltmarktes; für Bioprodukte gibt es eine etwa 10%ige Zulage. Diese Prämie erlaubt es den Kleinbauern oder Handwerkern, in die Ausbildung der Kinder und ihre Infrastruktur zu investieren.
Die Fair-Handelsorganisationen sind außerdem "nachhaltige" Abnehmer, was bedeutet, dass sie nicht über die Weltmärkte hüpfen und die billigsten Hersteller suchen, oft unter Herstellungspreis kaufen, sondern sie beraten ihre Partner, bevorzugt kleinbäuerliche Kooperativen oder Handwerksgenossenschaften, sie finanzieren Ernten und Material vor, helfen bei der Umstellung auf Bioproduktion. |